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Die Entstehung des Meraner Höhenwegs

Als Helmuth Ellmenreich 1963 zum Ersten Vorsitzenden der AVS-Sektion Meran gewählt wurde, griff er eine Idee des damaligen Wegewartes Oswald Wallnöfer auf, an der Südseite der Texelgruppe einen Steig mit Tiefblick auf Meran anzulegen. 
Bereits 1959 war von der AVS-Jugend der Sektion Meran ein Steig vom Hochganghaus nach Nassereith gebaut worden und 1960 hatte man begonnen, den nach dem 1. Vorsitzenden der Sektion Meran nach der Wiedergründung 1946 benannten Fran-Huber-Weg anzulegen, dessen Realisierung einige Jahre in Anspruch nahm. 
Ab Mitte der Sechziger Jahre wurde der Weg von Longfall zum Talbauer angelegt, womit eine durchgehende Verbindung von Longfall über Talbauer, Hochmut-Leiteralm-Hochganghaus-Nassereith bis Gigglberg geschaffen war. Für diese Strecke schlug Helmuth Ellmenreich den Namen „Meraner Höhenweg“ vor. 
1968 wurde Robert Schönweger zum Wege-und Markierungswart der Sektion Meran gewählt. Damit kam neuer Schwung in die Planung und Durchführung weiterer Wegeprojekte auf. Robert wohnte damals oberhalb des Geschäftes von Helmuth, sodass die beiden Vorstandsmitglieder oft die Möglichkeit hatten, über Wegeprojekte zu diskutieren. 
Von Hochmut zur Leiteralm bestand bereits ein sehr schmaler und nicht ohne Gefahr zu begehender Steig. Auf Betreiben der Sektion Meran wurde dieser 1969 von den Tourismusvereinen Algund und Dorf Tirol unter finanzieller Unterstützung von Hans Frieden neu angelegt und gut ausgebaut. Damit hatte der 1. Teil des Meraner Höhenwegs seine endgültige Trassierung erhalten. 
Helmuth und Robert dachten nun weiter: dieser Teil des Höhenwegs sollte nach Westen und Osten verlängert werden, wobei der Weg soweit möglich immer auf der Höhe der obersten Berghöfe verlaufen und diese miteinander verbinden sollte. Nach anfänglichem Zögern freundeten sich die Bauern mit dieser Idee bald an, sie sahen eine Chance, den Wanderern ihre Produkte verkaufen bzw. Übernachtungsmöglichkeiten anbieten zu können. Diesbezüglich sprachen sie bei Helmuth Ellmenreich öfters vor. 
Die erste Verlängerung erfolgte von Longfall über Gfeis nach Vernuer, wobei das Teilstück Longfall-Gfeis bereits von Hans Prünster, vulgo Walde Hans, (Gasthof Walde) angelegt worden war. 
Nun ging man daran, jeweils eine Verlängerung in die westliche und nördliche Richtung zu finden, und zwar von Gigglberg über Hochforch zum Schnatzhof und von Vernuer bis Magdfeld. 
Bei diesen Erkundungsgängen hatte Robert Schönweger keinen Vermessungstechniker mit. Begleitet wurde er von ortskundigen Hofbewohnern, welche die Gegend und bereits vorhandene Steige gut kannten. Robert hatte Farbe und Pinsel mit und markierte die Stellen, wo später die notwendigen Arbeiten für die Neuanlage des Weges bzw. für die Verbindung alter Steige durchgeführt werden mussten. Die Mitarbeit der Bergbauern war ausgezeichnet. 
Die Teilstrecke Vernuer-Magdfeld war relativ einfach zu realisieren. Schwierig wurde es bei der Teilstrecke von Gigglberg nach Schnatz. Das Stück Gigglberg-Hochforch war verhältnismäßig leicht zu verwirklichen. Dann aber bereitete den Planern die Lahnbachschlucht großes Kopfzerbrechen. Immer wieder wurde das Gelände abgegangen, alle möglichen Varianten wurden durchbesprochen: die Anlage einer direkten Verbindung Hochforch-Schnatz war mit den damaligen finanziellen und technischen Mitteln für die Sektion Meran nicht möglich. So entschied man sich für den bereits vorhandenen Steig von Hochforch hinunter nach Karneil. Von dort musste noch etwas tiefer abgestiegen werden, um den Lahnbach an einer günstigen Stelle überqueren zu können. Jenseits ging es wieder hinauf nach Staud, von dort über den Grubhof nach Galmein, Innerforch bis Lind bzw. Unterstell. 
Die heutige direkte Verbindung Hochforch-Schnatz wurde später gemeinsam mit der Naturparkverwaltung angelegt. 
1976 wurde der Naturpark Texelgruppe errichtet. Dazu hatte es bei den politisch Verantwortlichen viel Überzeugungsarbeit seitens des AVS gebraucht. Helmuth Ellmenreich überraschte nun mit einer neuen Idee: der Meraner Höhenweg sollte zu einem den zentralen Teil der Texelgruppe umrundenden Weg ausgebaut werden. Wegewart Robert Schönweger erkundete nun mit seinen Mitarbeitern, ob und wie man die teilweise bestehenden Steige zu einem durchgehenden Weg von Magdfeld nach Matatz und weiter über Kristl nach Ulfas verbinden könne. Inzwischen hatte der Arzt Dr. Hans Pircher die Initiative ergriffen, einen Weg von Ulfas nach Matatz anzulegen. 
Große Schwierigkeiten gab es bei der Planung und Finanzierung besonders beim Weg übers Kalmtal, zu dem man von Magdfeld aus absteigen und dieses überqueren musste. Die Euphorie der AVS-Leute bekam einen deutlichen Dämpfer. 
Da boten Wanderfreunde des Schwäbischen Albvereins Nellingen/Stuttgart, die auch Mitglieder der AVS-Sektion Meran waren, ihre tatkräftige Unterstützung an, sodass es möglich war, das Teilstück Magdfeld nach Ulfas im Jahre 1982 fertig zu stellen. 
Vom Lindhof aus war ursprünglich geplant, den Weg über den Dickhof laufen zu lassen. Wegen des großen Höhenunterschieds wurde darauf verzichtet und man entschloss sich, den Höhenweg über Innerunterstell und Kopfron nach Katharinaberg zu führen. 
Nun fehlten nur mehr die Teilstücke Ulfas-Hütt-Pfelders-Stettiner Hütte sowie Katharinaberg-Montfert-Vorderkaser im Pfossental. Von Vorderkaser durchs Pfossental zum Eisjöchl und zur Stettiner Hütte sowie von Pfelders zur Stettiner Hütte waren die Steige bereits vorhanden, sie mussten nur mehr mit der Nummer 24 markiert werden. 
Im Gelände für die Teilstrecke Ulfas-Außerhütt-Pfelders gab es keine großen Probleme.Für die Überquerung des Pfelderer Baches musste eine Brücke gebaut werden, deren Finanzierung die Familie Fuchs von der Bierbrauerei Forst in großzügiger Weise übernahm. Schwieriger war wegen des unstabilen Geländes die Strecke von Katharinaberg nach Vorderkaser anzulegen. Aber auch diese Schwierigkeiten konnten mit gemeinsamen Kräften überwunden werden, sodass die offizielle Eröffnung des gesamten Meraner Höhenwegs in Katharinaberg 1985 gefeiert werden konnte. 
Zwei Männer, Helmuth Ellmenreich und Robert Schönweger, hatten die Idee und den Biss, dieses alpine Wegenetz zu erstellen. Nicht vergessen darf man aber auch die Unterstützung durch die Bergbauern und die Inhaber der Berggasthäuser, ohne deren Wissen und Hilfe all dies nicht möglich gewesen wäre. Tatkräftig und mit Begeisterung haben Mitglieder der AVS-Sektionen Untervinschgau und Passeier mitgearbeitet. Robert Göller von der Sektion Meran war als Nachfolger von Robert Schönweger lange Jahre für den Meraner Höhenweg zuständig. 
Nicht vergessen darf man die Unterstützung durch die Gemeindeverwaltungen und die Tourismusvereine in den betreffenden Gebieten. 
Andreas Folie

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