Wir verwenden Cookies, um Ihnen die bestmögliche Nutzererfahrung auf unserer Website zu bereiten. Außerdem werden auch Cookies von Dritten verwendet, um Ihnen personalisierte Werbenachrichten zu senden. Durch die Nutzung unserer Website stimmen Sie zu, dass Cookies auf Ihrem Gerät gespeichert werden

Der Erbauer des Hans-Frieden-Weges

Wenn man vom Gasthaus Hochmuth auf dem Meraner Höhenweg die 10 Minuten zum Gasthaus Steinegg hinaufsteigt, so sieht man links vom Gasthaus Steinegg eine an einer Felsplatte angebrachte Marmortafel. Sie trägt die Inschrift „Hans frieden Weg AVS“. 
Der vom Gasthof Steinegg zur Leiteralm führende Teil des Meraner Höhenwegs trägt den Namen Hans-Frieden-Weg und ist in den Wanderkarten auch als solcher angeführt. Wer war nun dieser Hans Frieden, und wie kam dieser Teil des Meraner Höhenwegs zu seinem Namen? Der obere Vellauer Felsenweg wurde auf Initiative von Dr. Sepp Fasolt, Dorf Tirol, in den Jahren 1968/69 von den Verkehrsvereinen der Gemeinden Algund und Dorf Tirol mit Unterstützung der beiden  Gemeinden geplant, gebaut und finanziert. Über 1000 Sprengungen mussten gezündet werden, um im steilen Gelände einen gut begehbaren und sicheren Steig anzulegen. Der
Abschluss der Arbeiten wurde am 15. Juni 1969 festlich begangen. Rund 1000 Personen trafen sich dazu auf der Leiteralm, wo der Pfarrer von Algund, Hochw. Chronst, eine von der Musikkapelle Algund umrahmte Feldmesse feierte. Zahlreiche Persönlichkeit aus Politik und Wirtschaft sowie Vertreter des Alpenvereins wohnten der feierlichen Eröffnung des oberen Vellauer Felsenweges bei. Der Festredner Dr. Sepp Fasolt ging auf die Entstehung des etwa 2 ½ km langen Wanderweges ein, der nun allen Bergfreunden zugänglich sei. Dabei wieser darauf hin, dass der alte Hans-Frieden-Weg mehr ein Klettersteig  und daher nur für Schwindelfreie begehbar gewesen sei und dass im Laufe der letzten Jahre einige tragische Unfälle geschehen seien. Dies sei ein Grund gewesen, einen neuen, sicheren Weg anzulegen. Nach der Begehung des neuen Weges durch die Festgäste fand beim Gasthaus Hochmuth unter den Klängen der Musikkapelle Dorf Tirol der Abschluss der Feierlichkeiten statt. Vor dem Bau des oberen Felsenweges
bestand also bereits ein schmaler, ausgesetzter Steig, der auf Tiroler Seite dort begann, wo heute das 1973 eröffnete Gasthaus Steinegg steht, und über den breiten „Grobn“ zur Leiteralm hinführte. Beim Bau des Felsenweges nutzte man zum größten Teil den bereits bestehenden „Goassteig“, sprengte Felsen weg, verbreiterte ihn, und machte ihn zu einer „Promenade auf 1500 m“, wie Dr.
Fasolt damals sagte. Dieser alte Steig trug den Namen „Hans-Frieden-Weg“.
Der folgende Ausschnitt aus der Tageszeitung „DOLOMITEN“ vom 3. Jänner 1952 im Tourenbuch der Bergsteiger Riege des Turnvereins Meran führte zur Identität von Hans Frieden: „In Landeck, Tirol, verschied am 28. Dezember 1951 Herr Hans Frieden im 77. Lebensjahre. Herr Frieden, gebürtig aus Nixdorf in der Tschechoslowakei, verbrachte sein Leben seit der Jugendzeit und bis zur Umsiedlung in Meran, wo er als Tierfutterfabrikant und Kaufmann sehr bekannt war und sich allgemeiner Wertschätzung und Beliebtheit erfreute. Herr Frieden besaß die „Villa Frieden“ auf Algunder Gemeindegebiet. Er war ein begeisterter Freund der Berge und förderte den Bergsport, wo er konnte. Unter anderem baute er den von der Leiteralm zum Hochmuter führenden „Friedenweg“. Seit seiner Abwanderung lebte er in Landeck Tirol. Sein letzter Wunsch, die Wahlheimat Meran wieder zu sehen, wurde ihm nicht mehr erfüllt. Wir werden Hans Frieden ein ehrendes Andenken bewahren.“
Hans Frieden ist am 24. Jänner 1875 Nixdorf/Nordböhmen, dem heutigen Mikuláŝovice in Tschechien geboren. Als Jugendlicher übersiedelte er nach Meran. Im Einwohnerregister der Stadt Meran scheint er 1921 unter der Bezeichnung „Frieden H. & Spechtenhauser, Vereinigte Speditions- und Lagerhäuser Meran und Untermais“ auf, 1939 findet man ihn unter „Frieden Giovanni, fabbrica di foraggi di melasso e intensivi, Algund, Laurinstraße 100.“ Im Juli 1942 wanderte er nach Landeck aus. Der Bau des Steiges muss also vorher erfolgt sein. Bis zu seinem Tode lebte er in Landeck. Er und seine Frau Hubertine (+1970) sind im Friedhof von Landeck beerdigt. 
Ihm zu Ehren haben am 1. Mai 1953 Hans Gögele und Karl Gamper aus Dorf Tirol im Auftrage der AVS-Sektion Meran die oben erwähnte Marmorgedenktafel angebracht
Andreas Folie

Suche